Donnerstag

Unser letzter Arbeitstag beginnt mit Eltern und College-Studenten in Party-Stimmung. Wir haben Mäges Geburtstagsfest vorverschoben, um die letzte Woche auf den Philippinen auf der nächsten Insel Camiguin zu verbringen. Hier einige Impressionen vom Fest.


Die Feier ist sehr schön und emotional, sodass wir beide zwischendurch feuchte Augen bekommen.

Es ist schon Tradition, dass es an Mäge’s Geburtstag Glace für alle gibt. Der Vater eines neu von uns unterstützten Kindes ist Eisverkäufer und so buchen wir ihn mit 400-500 Portionen Glace 🙂

Auch die College-Studenten, die doppelt Stipendien bezogen haben, kommen vorbei, um zu gratulieren. Als wir sie zum gratis Eis einladen, bitten sie aber darum, mit uns privat zu reden, ohne Thata und Keno. Zwar passt uns das nicht, aber wir stimmen zu, ihr Anliegen anzuhören, bis wir finden, es gehe auch die anderen Mitarbeiter etwas an.Was nun folgt ist ein kläglicher Versuch uns davon zu überzeugen, dass die 20’000 Pesos Unterstützung von der staatlichen Organisation nicht für Ausgaben wie Transport und Schlbücher gedacht waren. Wir hatten die leise Hoffnung, dass sich die Teenager doch noch für ihr Verhalten entschuldigen würden, stattdessen wird unsere Geduld mit unlogischen Ausreden auf die Probe gestellt. Als sie merken, dass wir ihre Ausflüchte nicht akzeptieren, hinterfragen zwei von ihnen die Ausrechnungen von Thata (die in der Zwischenzeit dazugekommen ist) und eine Studentin will noch lockerere Rückzahlungs-Konditionen. Dieses Treffen ist eines der enttäuschend-ärgerlichsten Erlebnisse, die wir bis jetzt mit Schülern hatten. Zuerst zu betrügen und lügen und dann uns zu belehren und hinterfragen ist wohl ihr Versuch, ihr „Gesicht zu wahren“. Uns hat es zusätzlich verärgert und traurig gemacht. Erst nach einer Weile Buchhaltung kontrollieren ist mein Puls wieder normal…was für ein schlechtes Timing nach dem Geburtstagsfest.

Am Nachmittag machen wir noch die letzten Hausbesuche und besprechen mit Thata und Keno, was alles in der nächsten Zeit erledigt werden muss. Keno sagt, dass wir jetzt wohl mit einer Last (wegen den undankbaren College-Studenten) nach Hause gehen, aber wir beteuern ihnen, dass wir ebenso oder noch mehr die positiven Erlebnisse mitnehmen: die für Mäge singenden Studenten und Eltern, die Mutter von Almira, die voller Emotionen sagte, ihre Tochter hätte ohne uns niemals studieren können und Menschen wie Merlyn, Marivic und Paul Adrian, für die Batulong eine grosse Chance und Hilfe war.

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erfolgreiche Tage

Manchmal passt einfach alles und wir fahren so richtig happy nach Hause. Heute ist so ein Tag. Ein Termin mit einer College-Studentin, die uns neu um Unterstützung bat,  liegt uns etwas auf dem Magen, denn obwohl sie noch eine Unterstützung vom staatlichen Schul-Departement hat, ist ihre Uni immer noch recht teuer. Unsere Batulongstudenten müssen eine der günstigen Unis oder Colleges wählen und als die junge Frau sagt, sie habe sich schon im teuren College eingeschrieben, fühlen wir uns etwas unter Druck gesetzt. Nach langem Ausrechnen und Nachfragen realisieren wir, dass es gar nicht so viel finanzielle Unterstützung von unserer Seite braucht, denn sowohl der Vater wie auch eine Tante tragen viel zu den Studiengebühren bei.Als wir ihr die ca. 100 Fr pro Semester vorschlagen, sind sie und ihre Mutter glücklich und sehr dankbar. Wunderbar, wenn am Ende einer auswegslos erscheinenden Situation eine win-win- Lösung steht.

College Studentinnen bringen ihre Noten und Primarschüler melden sich für eine Sktivität im Dezember an.

Den ganzen Tag über kommen Schüler und Studenten im Batulong Büro vorbei, sei es, um Matetial zu holen, die Noten zu bringen oder die Anmeldungen für das Sportfest (für die 4.- 6.Klässler) oder die Comboy/girl- Party (Kindergarten – 3.Klasse) zu holen.

Gut, finden auch immer wieder Eltern oder Grosseltern zu uns, um Batulong um Unterstützung zu bitten. Eine Grossmutter kommt mit ihrer 11- jährigen Enkelin, die wie leider so oft von ihren sich trennenden Eltern bei der Grossmutter zurückgelassen wurde. In diesem Fall sind wir sicher, dass das Mädchen von Batulong unterstützt wird, aber dennoch werden wir noch bei ihnen zu Hause vorbei gehen.

Einige Erlebnisse mit Studenten werden wir als erweiterte Erkenntnis der philippimischen Denkweise verbuchen müssen: Von einer Collegestudentin wissen wir, dass auch sie ab nöchstem Halbjahr das Stipendium der staatlichen Schule erhalten wird. Als wir mit ihr die Details der späteren Unterstützung von Batulong klären wollen, erzählt sie erfreut, dass sie drei Tage zuvor auch die 20000 Pesos rückwirkend aufs letzte Halbjahr erhalten hat.Sie müsste Batulong nur 6000 Pesos zurückzahlen, aber in der kurzen Zeit haben sie und ihre Mutter alles Geld susgegeben! Auch Thata ist perplex. Es scheint, dass Filipinos, wenn sie mal einen grösseren Geldbetrag in der Hand halten, gar nicht fähig sind, das Geld vernünftig geplant einzusetzen. Unserer Meinung nach ist der Weg aus der Armut auch kaum zu gehen, wenn man die Chance, einen Notgroschen auf die Seite zu legen, nicht packt.Nun wird die Studentin halt wie die anderen den Betrag in monatlichen Raten zurückzahlen.

An diesem Tag können wir für fast alle Probleme eine Lösung anbieten – ein wirklich gutes Gefühl. Auf dem Heimweg hat unser Jeepney eine Panne und so müssen wir in einen Van wechseln, der eine andere Route fährt. Nur deshalb sehen wir Merlyn, eine ehemalige Batulong-Schülerin, die nun als Sicherheits-Angestellte arbeitet.Als wir damals im Jahr 2008 die 18-jährige Frau trafen, hatte sie nur bis zur 5. Klasse die Schule besucht, war aber sehr motiviert die High School abzuschliessen, um Security Guard zu werden. Sie jetzt zu treffen und zu sehen, dass sie ihren Traum wahr gemacht hat, ist der Aufsteller des Tages.

Merlyn

Paul Adrian

Am nächsten Tag kommt Paul Adrian vorbei. Auch ihn kennen wir schon lange. Als wir vor 8 Jahren bei ihm zu Hause waren und den Namen seines Btuders auf unser Anmeldungsblatt notierten, fragten wir, was denn mit dem apathisch scheinenden Jungen auf der Matratze sei. Er sei taubstumm…und so war der Junge das erste Batulongkind, das in die Stadtschule für „special children“ ging. Mittlerweile besucht er die normale High School bei einer Lehrerin, die die Taubstummensprache spricht.Ihn jetzt so zu sehen als selbstsicheren Teenager ist wundetbar!

Immer wieder kommen Leute vorbei, um sich bei Batulong anzumelden und um Unterstützung zu bitten.Interessanterweise scheint es sich herumgesprochen zu haben, dass wir nur ganz arme Familien unterstützen und so kommen nun etwas weniger Anmeldungen, dafür nur von Familien, die wir später praktisch alle aufnehmen.

Eine Frau bringt ihre Anmeldung vorbei. Hinter ihr eine motivierte Näherin.

In Bezug auf unsere Nebenerwerb-Projekte sind wir etwas desillusioniert. Sicher hat die Nähgruppe etwas gebracht, aber die aktiven Frauen haben ihre Arbeit zu  sich nach Hause verlagert und die fauleren sitzen vermutlich wieder tatenlos zu Hause. Deshalb hier als Ausgleich die Geschichte der Frau auf dem Foto, die Stoffartikel in ihren Armen trägt. Weil sie die von Batulong organisierten Gesundheits-Seminare der Deutschen Ãrzte erfolgreich absolvierte, durfte sie an einem Nähkurs teilnehmen. Sie bringt uns ihre ersten Versuche – unter anderem wirklich schöne Vorhänge. In Keno hat sie einen ersten Kunden :-). Als sie uns fragt, ob sie unsere Nähmaschinen benutzen dürfe, sind wir noch so froh, weil sie ja nun ungebraucht in unserem Anbau stehen.Die junge Frau scheint Talent und guten Geschmack zu haben und wir hoffen für sie, dass sie so einen kleinen Nebenerwerb für sich erarbeiten kann.

Marivic mit ihrer Tochter und ihrem Vater

Marivic, die Frau mit Schizophrenie, fährt von Keno begleitet zu einem Termin beim Psychiater. Die Medikamente sind gut eingestellt, sodass sie wieder ohne eingesperrt zu werden zu Hause leben kann. Dennoch ist sie in ihrer Wahrnehmung eingeschränkt…z.B sitzt sie nach dem Termin noch bei uns vor dem Büro und erst als wir die Tochter (10-jährig) weinen hören, merken wir, dass sie ihre Mutter nicht dazu bewegen kann, nach Hause zu gehen. Marivic kommt dann zu uns ins Büro und möchte eine Weile dort bleiben…nur durch Mäge’s feundlichem Nachdruck geht sie am Schluss nach Hause. 

Einer unserer zwei Rüden hat ein geschwollenes Auge und wir fahren mit ihm und unserer Hauswartin in die Stadt zum Tierarzt. Antibiotikatropfen werden die Schwellung rückgängig machen, aber vermutlich wird Jury auf diesem Auge blind bleiben. Während der Hund untersucht wird, flimmert die definitive Wahl Donald Trumps über den Bildschirm über dem Metalltisch – ach gäbe es doch ein Medikament gegen Präsidenten wie Duterte und Trump!

Wir lassen uns aber die gute Stimmung nicht verderben und konzentrieren uns auf die Aufgaben, die direkt vor uns liegen. 

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2.-4. November

Eigentlich sind Mäge und ich am 2.November richtig stolz, weil wir Punkt 8 Uht im Batulong-Center sind. Unser Hauswart und die 3 Hunde (einer ist zurück bei seinem Vorbesitzer) begrüssen uns, aber Keno, der sonst immer als erster zur Arbeit erscheint, ist nicht da. Eine Ahnung beschleicht uns und wir fragen unseren Hauswart Nognog, ob ein Feiertag sei. Dass am 1. November ein katholischer Feiertag ist, wussten wir, aber der 2. auch? So arbeiten wir alleine und fahren nach dem Mittag wieder zurück in die Stadt.

Es regnet und einige Schüler warten nach dem Mittagessen noch vor dem Batulongcenter.

Es regnet und einige Schüler warten nach dem Mittagessen noch vor dem Batulongcenter.

Mittagessen

Kochende Batulong-Mütter

Am 3. November ist den ganzen Tag über etwas los: die Primar- und Oberstufe nehmen den Schulbetrieb wieder auf, Eltern sind am Kochen bei uns und viele Studenten kommen mit Anliegen oder ihren Noten vorbei.Um 9 Uhr treffen wir eine von uns unterstützte College-Studentin, die im 8. Monat schwanger ist. Sie will ihr Studium weiterführen, was wir unterstützen, aber wir wollen auch nicht riskieren, dass sie durch die Geburt bedingte Absenzen hat und vom Kurs ausgeschlossen wird. Die Studenten unterschreiben jeweils einen Vertrag, dass wir im Fall einer Schwangerschaft die Unterstützung abbrechen können, aber natürlich ist es uns ein Anliegen, den Schülern eine Chance zu geben, wenn sie motiviert sind. Mit der 19- jährigen Frau machen wir ab, dass sie sich im nächsten halben Jahr Zeit nimmt für ihr Kind und eine Teilzeitarbeit sucht, um ihrer viel älteren Schwester – bei der sie lebt – einen Beitrag für die Kinderbetreuung zu leisten. Danach wollen wir weitersehen, wie viele Fächer belegbar sind, denn unterbrochene Studien sind immer etwas kompliziert und kosten mehr und da uns keine zusätzlichen Kosten entstehen sollen, wird die Studentin ihren Teil dazu beitragen müssen. Zu unserem Gespräch gehört auch die Frage, wie sie in Zukunft verhindern will, wieder schwanger zu werden und wir sind froh, dass sie einen Plan zur Empfängnisverhütung hat (besser spät als nie..). Bis sie und ihr um zwei Jahre jüngerer Freund eine Vollzeitarbeit haben können, dauert es noch zwei Jahre. Wir sind gespannt, ob die junge Frau die Herausforderungen und Chancen packt. Auf jeden Fall werten wir es sehr positiv, dass sie uns dankt, dass sie weiterstudieren darf.

Schlichtendes Gespräch zwischen Nachbarn

Kurz darauf kommt der Vater eines Batulong-Kindes ins Büro und erzählt von einem Konflikt zwischen seiner Frau und einer Nachbarin, deren Kind auch von uns unterstützt wird. Da sie gerade Kochdienst hat, können wir in unserem Büro ein Mediationsgespräch durchführen. Der Konflikt der Nachbarn ist bsld beigelegt, aber leider sind die Sorgen und Probleme des Vaters viel grösser. Vor knapp zwei Wochen ist sein fünfjähriger Sohn an Dengue Fieber gestorben und seine Frau hat sich vor ein paar Monaten von ihm getrennt, um mit einem anderen Mann zusammenzuleben. Logischerweise (für philippinische Verhältnisse) lässt sie die Kinder dann beim Vater, um am anderen Ort neu anfangen zu können. Beverly, das von uns unterstützte 9jährige Mädchen, hat seither ihren Schulbesuch unterbrochen. Als Erstes versuchen wir dem Vater zu seiner Arbeit als Jeepneyfahrer zurückzuhelfen, indem wir ihm helfen, seinen Fahrausweis wieder einzulösen (er muss noch alte Strafen zahlen usw). Im Jeepney könnte er seinen jüngsten Sohn noch ein halbes Jahr mitnehmen und beaufsichtigen, bis dieser in den Kindergarten geht. Alle vier Kinder können täglich bei uns zu Mittag essen und wir hoffen, dass wir alle wieder zurück in die Schule bringen.

Schwierige und für uns enttäuschende Sitzung mit Studenten und ihren Eltern.

Am Nachmittag findet die Besprechung mit den Studenten und Eltern statt, die versucht haben, Studiengeld für sich abzuzweigen. Offenbar haben sie eingesehen, dass es keinen Zweck mehr hat, die Zahlungen der anderen Organisation zu leugnen. Allerdings behaupten sie, das Geld schon alles in Renovationen am Elternhaus oder für andere persönliche Bedürfnisse verwendet zu haben.Mit jedem stellen wir einen Rückzahlungsplan zusammen, verlangen eine sofortige Zahlung von Geld, das noch nicht ausgegeben wurde, und Belege für gekaufte Artikel wie z.B einen Laptop. Das mag übertrieben erscheinen, aber wenn man hier nicht alles überprüft und leichten Druck aufsetzt, geht nichts. Die fünf Studenten werden keine finanzielle Einbussen in ihrem täglichen Leben haben, denn die staatliche Organisation zahlt monatlich fast dreimal so viel aus, wie unsere Studenten brauchen! Nach der Rückzahlung des Batulonggeldes bleibt ihnen ein schöner Batzen übrig und vielleicht folgt ja jemand unserem Rat, das Geld für spätere Ausgaben wie das Staatsexamen zu sparen. Dass wir diese unangenehmen Gespräche auf uns nehmen, hat mehrere Gründe: Es ist wichtig, eine klare Linie zu haben und so gut wie möglich Nachahmer abzuschrecken.Sollten wir das Geld zurückerhalten (woran ich (Franca) zweifle), können wir damit einen College-Studenten mehr als ein Jahr lang unterstützen. Und vielleicht am wichtigsten: wenn die Schüler und ihre Eltern lernen, dass solches Verhalten schlussendlich entdeckt wird und im Berufsleben der Verlust des Arbeitsplatzes drohen würde, haben wir ihnen einen grossen Dienst erwiesen.Leider sind wir nicht so zuversichtlich, dass die Betroffenen das Unrecht ihres Verhaltens erkennen.Wäre da nicht Almira, die uns sofort nach Erhalt des Geldes informierte und der völlig klar war, dass man sich nicht doppelt von Hilfswerken unterstützen lassen darf, um das Geld in der eigenen Tasche verschwinden zu lassen, würden wir grundsätzlich am Charakter und an der Intelligenz der Batulong-Studenten zweifeln.Nach dem organisatorischen Teil geben wir den Anwesenden Raum, noch etwas zu sagen oder beizutragen. In unserer Kultur würde sich dann wohl mindestens einer entschuldigen, aber leider warten wir hier umsonst darauf. Dass einer dann noch fragt, ob sie das monatlich eingezahlte Geld zurückerhalten (das beim Abschluss des Studiums zusammen mit einem Bonus von uns ausbezahlt wird und beim vorzeitigen Abbruch des Studiums zur Deckung unserer Unkosten dient), scheint zu zeigen, wie wenig sie realisieren, dass sie Batulong unehrenhaft verlassen.Nun hoffen wir sehr, dass die monatlichen Zahlungen geleistet werden und wir keine zusätzlichen Ärgernisse mehr erfahren.

Unser Hsuswart taufte sie tiger…wenn das Fell dann mal etwas dichter ist, könnte der Name recht gut passen

Ein kleines, dünnes Hündchen hat zu uns ins Center gefunden und weil es am nächsten Tag noch da ist, gehen Mäge und ich am Abend noch mit ein paar Fotos von ihm beim Tierarzt vorbei. Er meint, dass wir mit gut füttern und waschen mit Laus- und Zecken entfernender Seife (unser Hauswart wird dies am Wochenende machen) die Kleine wieder aufpäppeln können. Mal sehen, ob sie bei uns bleibt…Einmal mehr sind wir begeistert von diesen Tierärzten, die uns unentgeldlich Informationen geben. Mit Wissen darüber, wie man das Alter eines jungen Hundes bestimmt und wie man einen Sud mit Guava-Blättern herstellt, der wunheilend wirkt, schliessen wir diesen Arbeitstsg ab.

Am Freitag sind wir mit Keno allein im Büro, weil Thata zum Todestag ihrer Mutter nach Camiguin fährt. Wir machen Hausbesuche bei den Eltern der neu aufgenommenen Studenten. Im einen Fall leben nur noch die Tochter und der Vater, nachdem Mutter und Sohn tragischerweise in der Flut Sendong im Dezember 2011 ums Leben kamen. 

Der Vater, bei dem man 5 Jahre nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes die Trauer in jedem Gespräch spürt

Sein „Kleiderschrank“: unter das Dach gehängt ..

Die Studentin lebt aber auf dem Gelände einer Freikirche, wo sie täglich etwa 3 Stunden im Kinderhort mitarbeitet, wofür sie Essen und etwas Taschengeld für Toilettenartikel bekommt.Wir machen klar, dass das Engagement im Kinderhort (das manchmal auch ein wenig bezahlt wird) die Schulleistungen der Studentin nicht belasten dürfen. Das Zuhause der anderen Studentin ist nicht ärmlich, aber die Eltern bringen dennoch nicht genug Geld zusammen für die Studiengebühren an der Universität, wo das Mädchen studiert. Wir werden im Team noch besprechen müssen, wie weit wir uns hier finanziell engagieren wollen.

Mit Keno planen wir den Aufbau einer Batulong-Bibliothek. Hauptziel soll sein, den lesefaulen Filipinos Bücher näher zu bringen und in den Primarschülern Freude am Lesen zu entfachen. Zuerst muss aber unser dritter Raum für diesen Zweck hergerichtet und Büchergestelle geschreinert werden. Nach und nach wird die Bibliothek dann mit Bilderbüchern, Comics, Abenteuergeschichten, Tierbüchern usw bestückt.

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Calaanan (sprich: Cala-anan)

Wir verbringen 10 Ferientage in Romblon und kehren dann nach Calaanan zurück. Nach einem langen Tag mit Besprechungen, einigen Gesprächen mit Schülern und Buchhaltung kontrollieren sind wir noch an eine Party zum 18. Geburtstag einer unserer College-Studentinnen eingeladen. In der philippinischen Tradition ist das sogenannte „Debut“ eines der grössten Feste und symbolisiert das Erwachsenwerden einer jungen Frau. (Männer feiern es weniger und erst mit 21). Die Mutter von Grachel hat Tränen in den Augen, so gerührt ist sie, dass das ganze Batulong-Team der Einladung gefolgt ist. Elemente der Feier sind der Tanz mit dem Vater, der 18 Rosen-Tanz, bei dem junge Männer der Debütantin eine Rose überreichen und etwas tanzen und Glückwünsche von Freunden und Bekannten, wo auch wir ihr vor allem den erfolgreichen Abschluss ihrer College-Ausbildung wünschen.

Ärger und Enttäuschung bringen uns leider 4 Studenten und Studentinnen, die ein Stipendium und Barunterstützung von einer staatlichen Institution bekommen haben (was wir super finden), uns aber nur vom Stipendium erzählt haben in der Hoffnung, den Cash für sich behalten zu können. Eine Studentin bekam also von Batulong pro Semester das Schulgeld, Material und den Transport im Wert von insgesamt 2-3 Monatslöhnen und von der anderen Organisation beinahe doppelt so viel bar auf die Hand plus Schulgeld direkt überwiesen. Eine Studentin betrog so schon seit einem Semester, die anderen erhielten Anfangs Oktober rückwirkend den ganzen Barbetrag für das letzte Semester und sagten nichts, ja stritten sogar alles mehrmals ab. Herausgekommen ist es, weil die fünfte Studentin ehrlich war und uns vom freudigen Ereignis erzählte. Es ist so schade, dass schulisch sehr intelligente Studenten und ihre Eltern so dumm sind zu betrügen und indirekt das Hilfswerk, das sie jahrelang unterstützt hat, schädigen wollten. Allerdings werden wir höchstwahrscheinlich unser investiertes Geld zurückbekommen, weil wir die Sachbearbeiterin der anderen Organisation kennen und sie – sollten unsere Studenten weitere Tricks versuchen – über die betrügerischen Aktivitäten der Studenten informieren könnten und ihnen die Streichung der Stipendien drohen würde. Trotzdem bleibt eine grosse Enttäuschung … die grosse Aussprache wird am 3. November stattfinden.

Am Montag kommt eine junge Frau zu uns, deren Studium bisher von einem Australier (im Zusammenhang mit ihrer Kirche) unterstützt wurde. Leider sei dieser plötzlich verstorben und weil wir ein jüngeres Geschwister schon unterstützen, kommt sie zu uns. Sie braucht nur noch das kommende Semester, um als Lehrerin abzuschliessen. Im Hinblick auf die uns verlassenden Studenten und nachdem wie ihre Noten geprüft haben, entscheiden wir uns sie aufzunehmen. Als wir ihren Namen hören, sind wir verblüfft: sie heisst auch April Rose, wie die Studentin, die schon seit mehr als einem Semester betrogen hat, und ist sozusagen ein 1:1 Ersatz. Sie darf zwei Tage später gleich mit den anderen Studenten auf den 4-tägigen Ausflug nach Balingasag. 

Die Schüler haben eine Woche Semesterpause und deshalb finden bei Batulong für High School Schüler und College Studenten spezielle Erlebnistage statt. Am Dienstag begleiten wir  47 7- und 8-klässler mit 8 Begleitpersonen auf einen Tagesausflug. Das Ziel ist ähnlich wie bei einer Schulreise, dass die Kinder an Orte kommen, die sie sonst nicht besuchen könnten und etwas dabei lernen und Spass haben. In 3 Jeepnees fahren wir der Küste von Mindanao entlang bis zu einem kleinen Zoo. Die Haltungs- und Platzverhältnisse in dem Tierpark sind wie bei uns vor 50 Jahren: die Vögel und Schlangen in kleinen Käfigen und nur bei den Wildschweinen und kleinen Hirschen kann man sagen, dass sie genügend Platz haben. 4 Tiger sind in einem recht gut gestalteten Gehege, aber für vier Tiere ist es zu eng. Trotzdem: für die 13- und 14- jährigen ist es das erste Mal, dass sie fremde Tiere ausserhalb ihrer täglichen Umgebung sehen und somit ein grossartiges Erlebnis. Nächster Stopp und Mittagessen ist an einer Flussmündung, wo sich bei einer Kirche auch eine Quelle mit angeblich heilendem Wasser befindet. Einige schwimmen und baden schon hier, aber spätestens an der nächsten Station des Ausflugs zieht es dann alle ins Wasser, wenigstens dorthin, wo man stehen kann. Der mindestens 60-Meter hohe Sagpulon Wasserfall bildet ein grosses Becken und gehört zu den Attraktionen der Region. Müde, aber um viele neue Eindrücke reicher, kehren die High School Schüler nach Hause zurück. 

An den nächsten 2 Tagen machen wir ein paar Hausbesuche, beschäftigen uns mit Büroarbeiten und entscheiden uns, einer Einladung an ein Forum zu folgen, das von der Primarschule an verschiedene externe Gruppen und Personen geht. Es ist nicht so klar, was an diesem Treffen besprochen werden soll und so machen wir ab, dass wir frühzeitig wieder gehen, sollte es langweilig werden.Wir bleiben dann aber bis zum Schluss, denn es ist überraschenderweise recht interessant, produktiv und unterhaltsam. Neben dem neuen Schulleiter und einigen Hauptlehrern finden sich mit uns der Gemeindepräsident, eine Gemeinderätin, Vertreter der Eltern-Lehrer-Vereinigung und anderer Organisationen zusammen. Hauptanliegen sind die Kinder, die schon im Primarschulalter nicht mehr zur Schule gehen (wollen) und die mangelnde Fähigkeit zu lesen und das Gelesene zu verstehen. Wie erfreulich, dass die Schule diesen auch für uns sehr wichtigen Themen Priorität einräumt. Wir können miterleben, wie auf den Philippinen ein Gremium mit Präsident, Sekretärin usw. gebildet wird und dass die Wahlen recht lustig ablaufen können. Das meiste wird netterweise auf Englisch besprochen und für den Rest reicht unser immer noch in den Kinderschuhen steckendes Bisaya teilweise schon – nach 2 1/2 Stunden sind wir dann aber froh, als wir zu einem Abschluss kommen. Erste konkrete Schritte sind fünf Arbeitsgruppen von 3 Personen, die verschiedene Teilbereiche der Hauptthemen bearbeiten und an späteren Treffen Vorschläge unterbreiten werden. Thata ist Mitglied in der Gruppe, die sich mit dem Thema Disziplin in der Schule und in Bezug auf den Schulbesuch beschäftigen wird. Als erste konkrete Aktion ist ein Lese-Morgen für 2.Klässler geplant und parallel dazu ein Info-Treffen für die Eltern der Kinder. Batulong hat sich bereit erklärt, die 60 bis 100 Mittagessen zu besorgen (die Batulong-Eltern haben mittlerweile grosse Erfahrung im Kochen für viele Leute). Wir sind gespannt, was dieses Gremium für weitere Ideen zur Verbesserung der schulischen Qualität hervorbringen wird.Gruppenfoto nach dem Meeting

Freitagmorgen: Zusammen mit Thata und unseren freiwilligen Mitarbeitern fahren wir nach Balingasag zur Farm von Thata’s Bruder, wo unsere College-Studenten und die neuen Senior High Schüler schon zwei Tage verbracht haben. Es ist super, die Teenager und jungen Erwachsenen etwas besser kennenzulernen. 

Die StudentInnen in einem der gemieteten Jeepneys

Das Thema dieser Ferientage ist biologische und nachhaltige Landwrtschaft und auf Vic’s und Marivic’s Farm inmitten eines grossen Reisfeldes lernen die Studenten Dinge, die man im Umsiedlungsort Calaanan kaum erfahren kann: sie bereiten ein Beet mit Kompost vor und pflanzen Salat und Gemüse, Vic (emeritierter Agronomieprofessor und Stiftungsrat von Batulong Phil.) erzählt ihnen über globale Erwärmung und dass biologische Landwirtschaft ein Schritt in die richtige Richtung ist. Als wir ankommen, geniessen die Teenager das kühle Wasser einer nahen Quelle.

Das Mittagessen bestehend aus gemischtem weissem und schwarzem Reis, Kangkong (Wasserkresse)-Gemüse, Pouletcurry und Salat (gibt es sonst auf den Philippinen nur ganz selten) ist für die Jugendlichen eine kulinarische Horizonterweiterung. Frühstück: weisser/schwarzer Reis, Nudeln, Eier, Salat, Fisch.

Am Nachmittag spielen die Studenten zu drei Themen ein Theater: „Probleme in der Familie“, „Ungenügende Noten, weil man die Schule vernachlässigt“, und „Schwangerschaft während des Studiums“. So ernst die Themen auch sind – Schauspieler und Publikum haben viel Spass dabei, aber es fand auch eine aktive Auseinandersetzung mit den Themen statt. Als Nächstes folgen Debatten zu zwei auf den Philippinen heissen Themen: Empfängnisverhütung und die Frage, ob die Tötungen ausserhalb des Gesetzes unter dem neuen Präsidenten Duterte okay seien. Die Gruppen, die gegen Verhütungsmittel und für die Tötungen von Drogendealern argumentieren mussten, taten sich achwer, denn ihre Überzeugung war klar anders. Gut für uns, denn im Moment suchen wir gerade eine Studien-Lösung für eine Schületin, die schwanger ist…..

Anschliessend finden Gruppenwettbewebe statt: Reis pflanzen, Wasserschnecken suchen und freigelassene Meerschweinchen finden, die dann als Preis nach Hause genommen werden dürfen. Meerschweinchen werden primär als Düngerproduzent gehalten. Nach diesen Aktivitäten in der heissen Sonne und vor allem im Schlamm der Reisfelder ist ein weiteres Bad bei der Quelle das einzig Richtige.Meerschweinchen suchen…

Am Montag entscheiden wir uns zu arbeiten, obwohl viele Betriebe zum Allerheiligen-Feiertag einen Brückentag einschalten. Wir wollen die ruhige Zeit für Mitarbeitergespräche nutzen. Was gibt es Schöneres für uns, als Thata und Keno zu sagen, dass wir absolut zufrieden sind mit ihnen  und wir uns glücklich schätzen können, sie als Managerin und Sozialarbeiter zu haben.
Es scheint, als hätte sich herumgesprochen, dass wir nun einige College-Stipendien neu vergeben können. Letzte Woche haben sich zwei Studentinnen beworben die ohne Fremdunterstützung nicht weiterstudieren können und am Nachmittag kommen gleich nochmals zwei. Für unsere Mitarbeiter endet der eigentlich arbeitsfreie  Tag erst nach einer Stunde Überzeit, aber mit der Überzeugung einige Sorgen der neu von Batulong unterstützten jungen Frauen und ihrer Familien gelöst zu haben.

Thata, Mäge und Keno loggen sich im Studenten-Account einer Bewerberin ein, um ihre Noten und Schulden in der Schule zu checken. Oftmals bekommen Studenten von Politikern oder anderen Organisationen während ein paar Jahren ein Teilstipendium. Die Studenten und ihre Eltern versuchen dann jeweils den Rest der Beiträge zu zahlen.. leider oft erfollglos. Sind die Noten gut, hilft Batulong in so Situationen gerne weiter.

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Franca’s Reise

Diesmal hab ich ein paar Dinge mehr zum Mitnehmen – z.B einen Blitz für meine Unterwasserkamera – und deshalb verzichte ich auf „Luxus-Artikel“ wie Flossen oder eine zweite Tauchbrille. Gut, kann ich Einiges in Cagayan de Oro lassen, dann wird mein Rollrucksack später einfacher zu packen sein. Aber einmal mehr bin ich überrascht, wie all die Gegenstände am Schluss doch in den Rucksack passen – mit 19.5 kg bin ich im Vergleich  zu sonst aber am oberen Limit.

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vorher – nachher

Mein Flug ist am Sonntagabend, damit ich auch am Montagabend dann in Manila ankomme. Nachdem ich das letzte Mal mehr als eine Stunde in der Schlange stehen musste, um ein Taxi zu bekommen und danach das Taxi im Stau stecken blieb, hoffe ich nun, dass ich kurz vor Mitternacht schneller im Hotel bin, wo Mäge dann schon auf mich wartet. Nach den 6 Stunden Flug nach Dubai, 3 Std Aufenthalt und weiteren fast 9 Std. bis Manila werde ich dann bestimmt auch gut schlafen… Am Dienstagnachmittag nehmen wir den Bus nach Batangas und am Abend das Nachtschiff nach Romblon.

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2. Philippinenreise 2016

Mäge ist schon seit fast zwei Wochen auf den Philippinen – hier folgt sein Blog-Beitrag:

Dieses Mal stehen nicht so viele Bewerber auf der Warteliste, etwas mehr als 20 Familien sollen besucht und interviewt werden

An einem Morgen schaffen wir 8 Besuche und an einem anderen nicht mal 4! Wenn sich eine Familie bei Batulong bewirbt, muss sie jeweils eine Skizze ihres Wohnorts anfertigen, da es im Umsiedlungsort kaum Strassennamen und Hausnummern gibt. Familie Noriga gibt eine sehr rudimentäre Skizze ab.160928_08_39-blackgate-sketch

Sie wohnen in der Umgebung eines Steinbruchs und sind als Hauswart verantwortlich für das Grundstück hinter dem schwarzen Tor. Insgesamt verbringen wir mehr als eine Stunde mit der Suche, um am Schluss fest zu stellen, dass niemand zu Hause ist …

 

 

 

 

160928_08_59_13-blackgate-fragen 160928_09_14_16-blackgate-lastwagen  Leute Fragen, mit Lastwagen mitfahren.. Adresse suchen…160928_09_55_47-blackgate das schwarze Tor.. und niemand da…

Später erfahren wir, dass der Ehemann bei der Besitzerfamilie am ständigen Wohnort für Php 1’200 /Woche arbeitet – das ist etwas mehr als 50% des Minimallohns. Sie brauchen aber nicht für Strom und Wasser zu zahlen (unsere Hauswartfamilie bezahlt dafür ca. Php 350 /Monat). In ihrem Schlaf/Wohnzimmer sehen wir keinerlei Schlafunterlagen und fragen nach: Nein, sie seien jetzt schon über 2Jahre hier und der Besitzer hätte noch nie eine Matte zur Verfügung gestellt …Wir werden beide zur Schule gehenden Kinder unterstützen.

Einige Familien sind zwar nicht auf Rosen gebettet, aber es geht ihnen nicht so schlecht, no-161005_09_54_34-sula-sufficientincomedass wir sie unterstützen müssen. Hier ein Beispiel einer Familie, die die Hilfe von Batulong nicht wirklich braucht.

 

 

Dann wieder eine Situation, wo wir sofort handeln müssen: Eine alleinstehende Grossmutter (70+) (Bild Pintor) lebt mit ihrer 4jährigen Enkelin in einer kleinen Hütte nur 50m (Luftlinie) vom Batulong-Center entfernt. Sie geht öfters von Tür zu Tür um etwas Essen auf den Tisch zu bringen und scheint mir manchmal etwas verwirrt zu sein.161005_13_56_40-pintor-canosanews-161005-14_47-ana-ulan 161005_13_58_02-pintor-canos-ana

 

Heute kamen die beiden das erste Mal vorbei, um vom Mittagessen zu profitieren. Die Kleine wollte dann zuerst nichts essen weil sie angeblich keinen Hunger hätte … Mal sehen wie es weitergehen wird.

 

Im Regen ist sie allerdings völlig aus sich herausgekommen…

 

Unsere Hunde sehen mittlerweile viel besser aus, sie werden nach wie vor wöchentlich mit Anti-Laus&ZeckenShampoo gewaschen und kriegen auch grössere Fressrationen. Die Haare sind gewachsen und die Wunden verheilt. Einer der 4 ist allerdings schon bald 2Monate nicht mehr erschienen, da er zu seinen Vorbestitzern zurückgekehrt sei. jane-wfur-161006_12_25_59 Jane jetzt… zur Erinnerung: vor einem halben Jahr: img_20160501_2226.jpg

Es regnet immer wieder.. anews-161005-14_49-ulan, und im Gegensatz zum Mai, wo es sehr trocken war, sind jetzt die Regentonnen wieder gefüllt und der Garten ist grün!indexx

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zurück zu Hause

Wie sind wieder zurück in der Schweiz. Das Grün in unserer Heimat ist – nach dem trockenen Sommer auf den Philippinen – atemberaubend und wir freuen und an den blühenden Bäumen und der frischen Luft!

Unsere letzten Tage verbrachten wir in Romblon bei unserem Freund Joe. Dazwischen waren wir immer wieder mit Thata in Kontakt und können nun mit Freude mitteilen, dass Marivic ins „house of hope“, das von Nonnen geführte Heim für psychisch Kranke, gebracht wurde. Hoffentlich geht es ihr dort bald besser.

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Marivic in ihrem Zimmer im House of hope

Von Almira gibt es leider schlechte Nachrichten. Die Familie (und angeblich auch Almira) haben entschieden, dass sie die Herzoperation nicht durchführen wollen. Sie sagen, dass sie beten werden und hoffen, dass das Mädchen so geheilt werde. Eigentlich hätten sie noch einen Check-up für Almira gehabt, bei dem sie die Infos vom Arzt holen sollten (jemand von uns wäre aber dabei gewesen), aber sie haben das auch abgesagt. Wir haben bei unserem Besuch so gut wie möglich informiert und zu erklären versucht, aber wenn jemand die Augen vor der Realität verschliessen will, kann man nichts machen. Bei uns bleibt Traurigkeit, Wut und Frustration. Die Lebenserwartung dieses Teenagers könnte normal sein, wenn sie die OP jetzt machen lassen würden und wir befürchten, dass in den nächsten Jahren die Spitalaufenthalte und Sauerstoff-Maske zu Hause (wie letztes Jahr) weitergehen werden. Vermutlich werden sie dann, wenn das Mädchen noch weiter abgemagert, mit Atemnot und mit geschwollenen Beinen im Bett liegt, sagen, dass sie jetzt die Operation machen wollen.. aber dann ist es wie bei Arpin zu spät. Wenn ich das schreibe, tut mir das Herz weh! Schlimm, wenn Religiosität zu solchen Auswüchsen und destruktiven Entscheidungen führt!

Nachdem Keno eine feste Anstellung hat, muss er neben seinen Sozialarbeiter-Arbeiten auch die Buchhaltung und andere Bereiche von Thata’s Aufgaben lernen, damit er die Managerin im Notfall ersetzen könnte. Bis jetzt hat er alles so gut gemeistert, dass wir zuversichtlich sind, dass er auch diese Arbeiten gut beherrschen wird.

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Keno

Etwa 3-4 Mal jährlich gibt es in unserem Batulongcenter eine Reisverteilung für die aktiven Eltern, die beim Kochen oder Einkaufen mithelfen. Jede Familie bekommt 5 Kg Reis und es ist jedes Mal ein kleines Fest.

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Ein Teil der ELtern

Einige Fotos von unseren Tauchgängen in Romblon:

oben: Geisterpfeifenfisch, Blaupunktrochen, Nacktschnecke, junger Froschfisch,

Mitte: Papageienfisch, Nacktschnecke

Unten: Kopf einer Seenadel (mit den Seepferdchen verwandt)

 

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